Alles gute zum Alltag mit Kind – der einfachste Tipp und Erfahrungsbericht

Alltag mit Kind gestalten

Unser Alltag ist ihre Kindheit. Ein Spruch, der in mir minimale Panik und das Bedürfnis auslöst, jeden Tag zum spannenden Abenteuer gestalten zu müssen. Ich habe den Fehler gemacht, mich zu sehr von dem beeinflussen zu lassen, was andere super erfolgreiche, humorvolle und überglückliche Mütter auf sämtlichen Social Media Kanälen von sich geben. Wow, die sind so cool, jeden Tag unterwegs und erleben soooo viele tolle Sachen. Von einem richtigen Alltag ist hier keine Spur. ABER lasst euch davon nicht blenden. Und wenn ihr genau hinschaut, ist auch euer Tag voll schöner Momente. Daher gibt es meinen absoluten Tipp: Macht es so wie ich und schreibt mal eure langweiligen Erlebnisse des Tages runter. Ihr werdet schnell merken, dass mit etwas Humor jede andere noch so perfekte Familienstory nicht mehr mit euch konkurrieren kann. In diesem Beitrag nehme ich euch ganz privat mit durch meinen Alltag. Risiken und Nebenwirkungen wie immer inklusive!

Wenn der Wecker morgens böm böm böm macht, ist es meist schon zu spät. Aber ich habe festgestellt, dass ich unter Zeitdruck zur selben Uhrzeit  aus dem Haus komme, wie wenn ich mich dazu überwinde eine Stunde früher aufzustehen. An meine hektische Morgenroutine hat sich mittlerweile auch meine Tochter gewöhnt. Ich liebe es, wenn sie sich bei meinem Anblick unter ihrer Decke versteckt und ich sie aus dem Bett kitzeln muss. Sobald wir die Tür zum Kindergarten betreten, werfe ich gedanklich eine Münze. Wird es eine Verabschiedung MIT oder OHNE Trennungsschmerz geben? Eine ganze Zeit lang kam ich nur mit sämtlichen Versprechen und der Hochleistung in Sachen Ablenkungstechnik aus der Kita heraus. Momentan läuft es erstaunlich gut und irgendwie traut man dieser Situation nicht. Habe ich etwas falsch gemacht, dass der Abschied von mir so leicht fällt?

Alltag mit Kind aufregend erleben

Auf der Arbeit brauche ich Zucker. Einen double shot tripple grande KAKAO, bitte. In der Küche finden sich zum Auftakt weitere Koffeinzombies, die sich in vorbildlicher Manier vor der Maschine einreihen. Auf meinem Arbeitsplatz habe ich mich nach der Elternzeit gut eingelebt. Zeitdruck und Stress lässt sich erstaunlicherweise erfolgreich wegatmen. Für irgendwas musste doch der Geburtsvorbereitungskurs gut gewesen sein. Der Vorteil an einer Teilzeitstelle ist, dass man keine Zeit zum Nachdenken hat, ob man gut genug für die Arbeit ist oder was andere Kollegen wohl von einem denken. Der ganze Buschfunk auf dem Flur zieht an einem vorbei und man ist bedacht darauf zu funktionieren. Jeder Tag, an dem man sich aufgrund seines Kindes nicht von der Arbeit abmelden muss, ist ein guter Tag. Und kaum hat sich der Rechner hochgefahren, wird der Laptop auch schon zugeklappt. Ich habe fertisch und muss noch schnell etwas in der Stadt erledigen.

Genauer gesagt, treffe ich mich mit einer Kleiderkreislerin. Endlich hat sich jemand erbahmt meine ausgefallene Jacke zu kaufen. Auf der Straße schließen wir schnell das Geschäft ab. Jacke gegen Bargeld. Da überreicht ich mit meinem orientalischen Look die begehrte Ware in einer weißen Papiertüte. Ein klassischer Straßendeal eben, um allen Klischees gerecht zu werden. Nur, dass es normalerweise nicht eine Stunde später auf dem Smartphone klingelt, weil die Ware zu klein sei und man sie wieder zurückgeben wolle. Kurz überlegt, ob ich die Nummer blockiere und mich niewieder melde, aber wie war das nochmal mit dem Carma? Und plötzlich war ich wieder die Besitzerin einer ausgefallenen Jacke – zum zweiten Mal. Ihr seht, in meinem Leben geht’s vorwärts. 

Vorwärts stolper ich auch wieder in den Kindergarten rein. Ein Kind abgeben und mit zwei Kindern rauskommen, working Moms müssen sich eben unterstützen. So nehmen wir einen Kindergartenfreund mit auf den Spielplatz, um Zeit zu schinden, bis auch seine Mutter verschwitzt die Arbeit verlassen kann. Wir laufen die Straßen im Schneckentempo entlang. Ihr kennt es vielleicht? Jeder Stein muss umgedreht, jedes Blatt betrachtet und das noch so kleine Staubkorn vom Boden gehoben werden. Wieso liegt verdammt nochmal immer soviel Zeug auf dem Boden? Und wo gibt es die Begeisterung für jeden Krümel zu kaufen?  Ich rede mir ein, dass es besser ist nach jedem Schritt zu warten, als hyperaktiven Kindern hinterher rennen zu müssen. Und plötzlich gibt es einen vernichtenden Stillstand. Unser Kindergartenfreund meldet sich: „Saraaaaa, ich muss Pipiiih.“ Oh nein, bitte nicht. „Dann stell dich hin, wie ein Mann und pinkel an diesen Baum.“ -„Aber du musst meinen Schniedel halten.“ Wie gern würde ich hier den Smiley mit den aufgerissenen Augen reinnehmen. Ungefähr so musste in jedem Fall mein Gesicht ausgesehen haben. Ich hab von Schniedeln doch keine Ahnung. Habe ich überhaupt jemals einen gesehen? Meine Tochter wurde immerhin vom Storch gebracht. Ich mich also neben unseren kleinen Freund gestellt, meinen imaginären Schniedel gepackt und den besten Pipiunterricht meines Lebens gegeben. „Guck, so macht man das!“ Während ich mit der anderen Hand meine Tochter aus der Pinkelschuss-Linie ziehe, gehen wir leicht in die Knie um uns fürs Abschütteln vorzubereiten. #schütteldeinenspeck

Auf dem Spielplatz unseres Vertrauens wird es wenigstens nie langweilig. Warum? Weil es eigentlich kein Spielplatz sondern ein Schulhof mit Klettergerüst und Rutsche ist. Entsprechend sind alle Generationen an Kindern vertreten und auf dem großen Hof immer Platz für sämtliche Aktivitäten. Ich sitze gern dort und beobachte unsere heranwachsende Jugend. Besonders interessant ist das Versteckspiel 2.0. Während wir damals noch gelangweilt in unseren Verstecken ausharren mussten, funktioniert es heute ganz anders. Sowohl derjenige, der zählen muss, als auch alle anderen, die sich verschanzt haben, überbrücken ihre Zeit mit dem Smartphone. Um am Spielen draußen Spaß zu haben, muss man währenddessen wohl auch virtuell irgendeinen Unterhaltungsfaktor haben. Traurig. Ich blicke zu meinen beiden Kleinen im Sandkasten rüber und frage mich, wann sie das erste Loch wohl mit einem Smartphone ausgraben werden.

Alltag mit Kind auf dem Spielplatz

Zwei Stunden später geht es endlich nach Hause. Zuhause wird der Sandkasten aus den Schuhen mitten im Flur geleert. Warum sich an den Rand oder in eine Ecke begeben, wenn man doch den ganzen Raum in eine Dünenlandschaft verwandeln kann? Unserem Staubsauger können wir hier bereits mehrere Auszeichnungen verleihen. Falls uns jemand an dieser Stelle einen Staubsauger zum Testen zusenden möchte, wir würden auch diese Kooperation dankend annehmen. Am Besten als Roboter Modell, der alles alleine macht, ohne das Mama einen Rückenkollaps bekommt. Unsere Lieblingsbeschäftigung beim Staubsaugen ist es übrigens die Haare in der Abluft wehen zu lassen. Kopfüber, von hinten oder der Seite. So eine Staubsauger-Föhnfrisur hat schon was und meine Kleine bekommt einfach nicht genug davon.

Mittlerweile ist es Abend. Es wird schnell in der Küche nach etwas Essbarem gekramt. Auch an dieser Stelle ein kleiner Werbeeinschub: Ein Thermomix wäre nicht schlecht. Wir nehmen also unser Angebot vom Staubsauger zurück und wollen dann doch lieber so ein Zaubergerät, das selbst kocht und uns ein essbares Abendessen ganz schnell auf den Teller bringt. Natürlich nehmen wir gern auch beides. Oder wie wäre es mit einem staubsaugenden Roboter, der auch kochen kann? Kooperationspartner, bitte meldet euch!

Langsam geht der Akku leer, meine Tochter schlummert bereits im Bett und ich frage mich, ob ich es diesmal schaffe noch einen Film am Abend zu schauen. Ich habe auch gehört, dass es zusammengestellte Blätter mit Geschichten zum Lesen gibt. Ich glaube man nennt diese Bücher. Dafür Zeit haben? Völlig utopisch. Ich habe es tatsächlich mal probiert mir mitten in den Nacht den Wecker zu stellen. Ich dachte vielleicht könnte ich dann noch ein paar Freizeitaktivitäten zuhause durchführen. Auch das, völlig utopisch. Ich kann mich gerade noch aufraffen die letzten Sätze dieses Blogbeitrages zu Ende zu schreiben, bevor die Aughhhheeennnn…. zuu….falfalle … Was? Falaffel? Mein Magen könnte immernoch was leckeres verkraften. Stattdessen geht es in Embryonalstellung einfach nur ins Bett. #schnarch

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