Die Wahrheit über Schwangerschaftskurse – Was das Hecheln wirklich bringt

Efahrungsbericht Schwangerschaftskurse

Ich muss sagen, dass ich mich am liebsten in jeden Schwangerschaftskurs eingetragen hätte, dessen Anmeldeformular mir in die Finger gekommen war. Wie eine Verrückte habe ich das Angebot in meinem Umfeld durchforstet. Ich wollte unbedingt unter Gleichgesinnten sein und mit anderen zukünftigen Mamis Erfahrungen und Ängste teilen. Lachen, Spaß haben und das bevorstehende Szenario einer schmerzhaften Geburt erstmal verdrängen.

Die Realität sah leider anders aus. Ich wollte einfach ALLES, aber auch ALLES über die Schwangerschaft und die Geburt wissen  quasi ein Rezept oder eine Anleitung im Rahmen des Geburtsvorbereitungskurses erhalten. Leider verläuft eben jede SS und Geburt anders und so muss man sich eben mit dieser Ungewissheit abfinden.

Der klassische Geburtsvorbereitungskurs

Ich fand mich oft mit einem großen Fragezeichen über’m Kopf in einem Gymnastikraum wieder. Als junge Mami kam man sich bei den Ü30 Teilnehmerinnen wie eine Teenagerin vor. Es waren zwar alle nett, aber richtigen Anschluss habe ich hier leider nicht gefunden. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass es tatsächlich nur um’s Hecheln geht, hätte es wohl gereicht sich dazu einfach ein paar YouTube-Videos anzuschauen. Den Kurstag, an dem auch der Partner mitgeschleppt wurde, fand ich überaus unangenehm. Den armen Männern wurde anhand einer Nachbildung nochmal schön demonstriert, wie das Kind durch das Becken gepresst wird. Iiiiiiehhhh, sowas will ich garnicht sehen. Ich hatte eher auf Massagetechniken gehofft, die die Partner schonmal an uns Schwangeren üben können oder sonst irgendwelche hilfreichen Tipps, die die Wehen verblassen lassen. Stattdessen wissen wir nun beide, wie man sich bei der Geburt am besten mit dem Geburtsseil stranguliert, welches im Kreissaal von der Decke hängt. Auch ganz schön waren die komischen Gebärhocker. Die Demonstration der Hebamme machte jedem deutlich, wie Sie wohl beim Stuhlgang auf der Toilette aussehen muss. Ich hatte wohl einfach zu hohe Erwartungen.

wie Aquagymnastik

Im Rahmen der Aquagymnastik kann ich berichten, dass es in der Tat sehr angenehm im Wasser war. Jaaaaaa – in der Gruppe von Seekühen hat das Plantschen tatsächlich Spaß gemacht. Für kurze Zeit spürte man die zusätzlichen Pfunde nicht und konnte die Schwerelosigkeit genießen. Mir kam es so vor, als ob dies auch das Baby spüren würde. Zumindst stampelte es jedes Mal fröhlich um sich her, so als ob es die Übungen mitmachen würde. Leider kam ich nie dazu tatsächlich mal nachzumessen, wie weit der Wasserspiegel gesunken ist, nachdem alle das Becken verlassen hatten. Ich für meinen Teil würde keinen gesonderten Geburtsvorbereitungskurs mehr besuchen, sondern eine Variante wählen, in der die Aquagymnastik integriert ist. Diese werden in der Regel von Krankenhäusern angeboten, wobei man hier nicht viel vom Ambiente der Poolanlage erwarten sollte.

Der Sonnengruß  Schwangerschaftsyoga

Mein absoluter Favorit war Schwangerschaftsyoga! Ich habe vorher noch nie Yoga gemacht und war einfach hin und weg. Hierzu muss ich sagen, dass ich zwei Yogakurse ausgetestet habe. Beim ersten gab es die Möglichkeit 5er oder 10er Karten zu kaufen und nach Lust und Laune die Kurse zu besuchen. Ich hatte hier nur eine Schnupperstunde und war zunächst enttäuscht. Das Yogastudio war von der modernen Sorte. Alles sehr clean und minimalistisch gehalten. Durch die flexible Stundenkarte gab es keine richtige Gruppengemeinschaft. Man war eine anonyme Person, die sich eben etwas bewegen wollte. Im absoluten Gegensatz stand der Zweite bei Yogalanie (Mainz). Dieser war ein geschlossener Kurs mit ca. 10 Schwangeren bei dem es eine witzige Vorstellungsrunde gab. Das Yoga-Studio war klein und fein. Jede Ecke war mit Liebe zum Detail eingerichtet. Eine Mischung aus Vintage und Orient, die dazu einlud lange zu bleiben. Es stand jedem frei sich einen Tee zuzubereiten und die Yoga-Lehrerin war so ein liebenswertes Geschöpf. Die Yoga-Stunde war eine sehr gute Mischung aus Anstrengung, Selbstfindung, Kontaktaufnahme zum Baby und Erholung. Einfach der perfekte Mix. Und auch wenn man sich am Anfang lächerlich vorkam, war die Hemmschwelle schnell überwunden. Hat man sich erst von den Atem- und Meditationsübungen treiben lassen, wurde man einfach nur voller Vorfreude auf sein Baby erfüllt.

Yogalanie-12
Quelle: www.yogalanie.de, Yoga-Studio in der Mainzer Neustadt

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